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Grundlagen
Die Lebensdauer von Rohrleitungen, Kesselanlagen, Pumpen und Armaturen in thermischen Heißwasser- und Dampfkesselanlagen wird im Wesentlichen durch die Qualität des Kesselwassers bestimmt. Wasser enthält - je nach Druck und Temperatur - unterschiedliche Mengen an Sauerstoff (O2) und Kohlenstoffdioxid (CO2). Beide Gase fügen metallischen Kesselwerkstoffen auf spezifische Art Schäden zu: Sauerstoff wirkt oxidativ, Kohlenstoffdioxid (Kohlensäure) aggressiv.

Feinfiltration

Bei Verwendung von Trinkwasser aus der kommunalen Wasserversorgung kann das Rohwasser aus kilometerlangen Rohrnetzen mit Rost, Sand, ausgebrochenen Inkrustierungen und anderen Feststoffen verunreinigt sein. Diese Feststoffe können mit Kerzenfiltern ausfiltriert werden. Kerzenfilter sind nicht für die Aufnahme großer Schmutzmengen geeignet. Durch die Anlagerung der Feststoffe an der Filteroberfläche kann es bei großen Schmutzmengen zu einem raschen Anstieg des Differenzdruckes kommen.

Kiesfiltration / Mehrschichtfiltration

Foto zur Mehrschicht-Filtration Im Gegensatz zur Kerzenfiltration stellt die Kiesfiltration - insbesondere die Variante Mehrschichtfiltration (Filterkies + Hydro-Anthrasit) - eine Tiefenfiltration dar. Bei der Mehrschichtfiltration passiert das Wasser verschiedene Schichten von Filtermaterial mit in Filtrationsrichtung zunehmender Feinheit. Schmutzstoffe lagern sich entsprechend ihrer Größe in unterschiedlichen Schichten im Filter ab. Mehrschichtfilter können große Mengen an Feststoffen aufnehmen. Insbesondere bei der Aufbereitung von Flusswasser gelangt die Kiesfiltration bzw. die Mehrschichtfiltration - in Verbindung mit Flockung - zum Einsatz. Der Filtration wird in diesen Fällen oft eine Sedimentationsstufe als erster Verfahrensschritt vorgeschaltet. Kies- und Mehrschichtfilter müssen regelmäßig durch Rückspülung gereinigt werden.

Enteisenung

Foto zu Enteisenung Wasser mit erhöhtem Eisengehalt muss aufbereitet werden. In der Regel handelt es sich bei eisenhaltigen Wässern um reduzierte bzw. sauerstoffarme Wässer, in denen das Eisen meist gelöst in zweiwertiger Form vorliegt. Zur Oxidation des Eisens wird komprimierte Luft oder Sauerstoff vor dem Filter in das Rohwasser eingebracht und mit diesem vermischt. Das zweiwertige Eisen oxidiert mit Sauerstoff und bildet unlösliches Eisenoxidhydrat, welches im nachgeschalteten Filter zurückgehalten wird. Das zurückgehaltene Eisen führt zum Anstieg des Differenzdruckes im Filter. Die Rückspülung erfolgt im Regelfall in Abhängigkeit von der Durchsatzmenge.

Entmanganung

Gelöstes Mangan liegt in Wasser meist gleichzeitig mit Eisen vor. Die Oxidation des Mangans ist dann jedoch schwieriger, da Mangan erst nach Eisen oxidiert wird. Neben der chemischen und der biologisch ablaufenden Entmanganung kommen vorzugsweise katalytisch wirkende Filtermaterialien zum Einsatz. Die Entmanganung kann - je nach Mangangehalt des Rohwassers - mit einer oder mit zwei Filterstufen erfolgen.

Arsenentfernung

Neben Eisen und Mangan ist Arsen ein weiterer Spurenstoff, welcher insbesondere in reduzierten Grundwässern auftritt. Unter Verwendung von Ozon kann die Arsenentfernung parallel mit Enteisenung und Entmanganung in einer Filterstufe erfolgen. Alternativ ist die Filtration über granuliertes Eisenhydroxid (GEH) möglich. Bei diesem Verfahren lagert sich Arsen an das GEH-Material an.

Entsäuerung

Bei natürlichen Wässern tritt manchmal ein Überschuss an Kohlensäure auf, der sich auf nachgeschaltete Rohrleitungen und Verbraucher negativ auswirkt. Durch Filtration über calciumkarbonathaltige Materialien (halbgebrannter Dolomit, Marmor oder Jurakalk) findet eine Neutralisation der freien aggressiven Kohlensäure bis zum Kalk-Kohlensäure-Gleichgewicht statt. Die freie Kohlensäure löst Calciumkarbonat aus dem Filtermaterial.

Filtration über Aktivkohle

Die Filtration über Aktivkohle wird in erster Linie zur Entfernung von überschüssigem Chlor, Geruch, Farbe, Geschmack, halogenierten Kohlenwasserstoffen, PBSM etc. eingesetzt. Hierbei werden die Stoffe im Innern der Aktivkohle adsorbiert. Die Aktivkohle muss bei vollständiger Beladung ausgetauscht werden. Beladene Aktivkohle kann in speziellen Einrichtungen thermisch regeneriert werden.

Membranfiltration

Foto zu Membranfiltration Unter Membranfiltration werden folgende Verfahren zusammengefasst:
  • Mikrofiltration (MF) 
  • Ultrafiltration (UF)
  • Nanofiltration (NF)
  • Umkehrosmose (RO)
Membranfiltrationstechniken werden für die unterschiedlichsten Anwendungen im Bereich der Wasseraufbereitung - oft in Kombination mit klassischen Verfahren - eingesetzt.
 
Übersicht
Feinfiltration
Kiesfiltration / Mehrschichtfiltration
Enteisenung
Entmanganung
Arsenentfernung
Entsäuerung
Filtration über Aktivkohle
Membranfiltration

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Checkliste Filtration.pdf (506 Kb)

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